Zum Inhalt springen

Ein Zuhause finden und ankommen

Wir sind ein gemeinnütziger Verein aus Hamburg. Wir mieten Wohnungen an und geben sie zum Selbstkostenpreis an Menschen weiter, die sie brauchen. Und wir begleiten alle, die selbst suchen, mit Rat, Erfahrung und einem Menschen an ihrer Seite.

Wohnraum in Hamburg ist knapp. Und der Zugang ist nicht fair verteilt.

Wer in Hamburg eine Wohnung sucht, braucht nicht nur Geld. Er braucht eine lückenlose Akte, eine saubere Schufa und oft ein Netzwerk, das sich nicht jeder aufgebaut hat. Viele Menschen mit ausreichendem Einkommen kommen trotzdem nicht rein, weil die Unterlagen nicht stimmen, weil die Sprache fehlt oder weil kein Vermieter das Risiko eingehen will.

Auf hundert Bewerbungen kommt eine Zusage. Wer bei jeder Besichtigung der Einundzwanzigste in der Schlange ist, verliert irgendwann den Mut. Nicht weil er sich die Wohnung nicht leisten könnte, sondern weil er nie an die Reihe kommt.

Genau hier setzen wir an. Nicht als Makler, nicht als gewinnorientierter Vermieter, sondern als gemeinnütziger Verein, der die Lücke füllt.

Es gibt zwei Wege zu uns

Wir haben nicht für jeden eine Wohnung. Das wäre eine Lüge, und Lügen helfen niemandem weiter. Was wir haben, sind zwei Wege, und beide führen zu einem Zuhause.

Weg 1

Wir mieten an, Sie ziehen ein

Wir mieten Wohnungen von Eigentümern an und geben sie zum Selbstkostenpreis an Menschen weiter, die Hilfe brauchen. Deutlich unter dem, was auf dem freien Markt verlangt wird. Keine Provision, keine versteckten Gebühren.

Diese Wohnungen sind das Herz unserer Arbeit. Sie sind aber auch das Nadelöhr: Wir haben nur so viele, wie wir bekommen. Es gibt eine Warteliste, und es kann dauern.

Weg 2

Sie suchen, wir gehen mit

Für alle anderen gibt es den zweiten Weg, und der steht jedem offen. Ein Wohnungslotse begleitet Sie: jemand, der den Hamburger Wohnungsmarkt kennt, der weiß, wie eine Bewerbungsmappe aussehen muss, der mit zur Besichtigung kommt und der die richtigen Fragen für Sie stellt.

Die Erfahrung vergleichbarer Projekte zeigt: Die meisten Menschen finden am Ende selbst eine Wohnung. Nicht weil sie plötzlich mehr Glück haben, sondern weil sie wissen, wie es geht, und weil jemand an ihrer Seite steht.

Wir vermitteln nicht nur Wohnungen. Wir vermitteln die Fähigkeit, eine zu finden.

Wir mieten an und geben weiter

Der Verein wird Hauptmieter

Wir unterschreiben den Mietvertrag mit dem Eigentümer und schließen dann einen Untermietvertrag mit dem Bewohner. Der Eigentümer hat damit einen einzigen, verlässlichen Ansprechpartner, keine wechselnden Gesichter und keine offenen Fragen.

Zum Selbstkostenpreis

Wir geben genau das weiter, was uns die Wohnung kostet: Miete, Betriebskosten, ein kleiner Anteil Verwaltung. Deutlich unter dem, was auf dem freien Markt verlangt wird. So ist unsere Gemeinnützigkeit angelegt.

Auf Augenhöhe

Wir begleiten unsere Bewohner bei Behördengängen, erklären den Mietvertrag Satz für Satz und helfen beim Ankommen im Viertel. Auf Deutsch und auf Vietnamesisch. Nicht als Institution, sondern als Menschen, die dieselbe Sprache sprechen.

Ehrlich gesagt

Unsere Wohnungen sind begrenzt, und die Nachfrage ist groß. Eine Anmeldung bei uns ist eine Chance, keine Garantie. Suchen Sie parallel weiter, bei SAGA, bei Genossenschaften, in Anzeigen. Wir helfen Ihnen dabei. Das ist ehrlicher, als Sie warten zu lassen.

Ein Mensch an Ihrer Seite

Ein Wohnungslotse ist kein Sachbearbeiter. Es ist jemand, der selbst schon oft genug eine Wohnung gesucht hat und der weiß, wie dieser Markt funktioniert.

Was ein Lotse für Sie tut

  • Die Bewerbungsmappe zusammenstellen, so dass sie beim ersten Blick überzeugt: Einkommensnachweis, Schufa, Mietschuldenfreiheit, Selbstauskunft

  • Wohnungsanzeigen lesen und einordnen, welche realistisch sind

  • Mit zur Besichtigung kommen und die Fragen stellen, die man selbst vergisst

  • Den Mietvertrag vor der Unterschrift gemeinsam durchgehen

  • Erklären, was Bruttokaltmiete, Betriebskosten, Kaution, Indexmiete und Staffelmiete bedeuten

  • Bei Anträgen helfen: Wohnberechtigungsschein, Kosten der Unterkunft, Kautionsdarlehen

  • Nach dem Einzug da bleiben: Ummeldung, Strom, Internet, Nachbarschaft, Mülltrennung

Zwei Menschen gemeinsam auf dem Weg zu einer Wohnungsbesichtigung

Was ein Lotse nicht tut

Er zaubert keine Wohnung herbei und er ist kein Anwalt. Er geht den Weg mit Ihnen, gehen müssen Sie ihn selbst.

Der Lotse kostet Sie nichts. Er macht das freiwillig, weil er will, dass Sie ankommen.

Für wen wir da sind

Für Menschen, die auf dem Hamburger Wohnungsmarkt keine Chance bekommen. Nicht, weil sie nicht zahlen könnten, sondern weil sie nie an die Reihe kommen.

Familie in einer hellen Wohnung

Zum Beispiel

  • Alleinerziehende, die auf hundert Bewerbungen keine Antwort bekommen

  • Menschen, die arbeiten und trotzdem jeden Monat knapp kalkulieren müssen

  • Familien, die zu fünft in zwei Zimmern leben

  • Menschen, die neu in Hamburg sind und weder Schufa-Historie noch Netzwerk haben

  • Menschen, die Bürgergeld, Grundsicherung oder Wohngeld bekommen und bei jeder Besichtigung aussortiert werden

  • Menschen, deren Deutsch für den Alltag reicht, aber nicht für einen Mietvertrag

Gibt es eine Einkommensgrenze?

Ja. Für unsere eigenen Wohnungen gibt es eine gesetzliche Grenze, weil das die Bedingung unserer Gemeinnützigkeit ist. Sie ist großzügiger, als die meisten denken, und die allermeisten, die sich bei uns melden, liegen deutlich darunter.

Wir prüfen das einmal zu Mietbeginn, gemeinsam mit Ihnen, und sagen Ihnen offen, ob es passt. Danach nie wieder. Wenn Sie später mehr verdienen, freuen wir uns für Sie.

Schreiben Sie uns einfach. Wir sagen Ihnen in einem Satz, ob Sie dazugehören. Sie müssen das nicht selbst ausrechnen.

Und der zweite Weg?

Die Begleitung durch einen Wohnungslotsen steht allen offen. Ohne Grenze, ohne Prüfung, ohne Bedingung. Auch wenn Sie für unsere eigenen Wohnungen nicht in Frage kommen.

Was zahlt das Amt für die Miete?

Wer Bürgergeld oder Grundsicherung bekommt, dem zahlt das Jobcenter die Miete. Aber nur bis zu einer bestimmten Höhe. Diese Grenze kennen die wenigsten, und genau daran scheitern viele Umzüge: Die Wohnung ist zu teuer, das Amt zahlt die Differenz nicht, und nach ein paar Monaten stehen Schulden im Raum.

Deshalb schauen wir uns das vor der Unterschrift an, nicht danach.

Angemessene Bruttokaltmiete in Hamburg

HaushaltBruttokaltmiete monatlich
1 Person574,00 €
2 Personen697,80 €
3 Personen860,25 €
4 Personen1.036,80 €
5 Personen1.480,50 €
6 Personen1.668,00 €
Jede weitere Person208,50 €

Richtwerte der Hamburger Sozialbehörde. Stand: 28. April 2026. Ohne Gewähr, bitte im Einzelfall beim Jobcenter prüfen.

Was diese Zahlen bedeuten

Bruttokaltmiete heißt: Nettokaltmiete plus die kalten Betriebskosten, also alles außer Heizung. Die Heizkosten kommen obendrauf und werden zusätzlich in tatsächlicher Höhe übernommen, solange sie angemessen sind. Der Haushaltsstrom dagegen nicht, der ist aus dem Regelsatz zu bezahlen.

In bestimmten Fällen sind Zuschläge möglich, zum Beispiel für Menschen, die aus einer öffentlichen Unterkunft ausziehen. Fragen Sie uns, wenn Sie unsicher sind.

Für Vermieter

Wenn die Miete Ihrer Wohnung in diese Grenze passt, ist die Zahlung sehr sicher. Wir empfehlen jedem Haushalt im Leistungsbezug, eine Direktzahlung zu beantragen: Dann überweist das Amt die Miete direkt auf Ihr Konto, ohne Umweg über den Mieter.

Für Wohnungssuchende

Rechnen Sie nicht selbst herum. Schicken Sie uns die Anzeige, und wir sagen Ihnen, ob die Wohnung durchgeht. Das dauert zwei Minuten und erspart Ihnen viel Ärger.

Sie haben eine Wohnung. Wir suchen genau das.

Sie haben eine Wohnung, die Sie langfristig, unkompliziert und ohne Ärger vermieten möchten. Und vielleicht auch den Gedanken, dass sie jemandem helfen könnte, der sie wirklich braucht. Dann sprechen Sie mit uns.

Sie haben die Wahl zwischen zwei Modellen

Modell A: Sie vermieten an uns

Der Verein wird Ihr Hauptmieter. Sie haben genau einen Vertragspartner, eine Rechnung, einen Ansprechpartner. Wer in der Wohnung wohnt, klären wir, und wir teilen Ihnen die Namen mit. Wechselt der Bewohner, merken Sie davon nichts: Ihre Miete läuft weiter.

Modell B: Sie vermieten direkt

Sie schließen den Mietvertrag direkt mit dem Haushalt. Wir stellen Ihnen passende Bewerber vor, sind bei der Besichtigung dabei und bleiben während des Mietverhältnisses als Ansprechpartner erhalten. Ein Wohnungslotse begleitet den Haushalt dauerhaft.

Welches Modell besser passt, finden wir in einem Gespräch heraus. Beides ist für Sie kostenlos.

Was wir Ihnen konkret bieten

  • Ein Ansprechpartner mit Namen und Handynummer. Keine Hotline, keine Ticketnummer.
  • Persönliche Vorprüfung jedes Haushalts. Wir lernen jeden kennen, bevor wir ihn vorschlagen. Einkommen, Situation, Perspektive.
  • Vorbereitung auf das Mietverhältnis. Wir erklären jedem Bewohner Hausordnung, Mülltrennung, Heizen und Lüften, Nachtruhe und pünktliche Zahlung. Schriftlich und mündlich, in seiner Sprache.
  • Absicherung durch persönliche Bürgschaft. Bei Modell A steht ein bonitätsstarker privater Bürge hinter dem Vertrag.
  • Hilfe bei Konflikten. Wenn es hakt, moderieren wir. Bevor daraus ein Rechtsstreit wird.
  • Transparenz. Sie erfahren, wer einzieht, und Sie bekommen auf jede Frage eine Antwort.

Es gibt finanzielle Absicherungen, die viele nicht kennen

Für Vermieter, die an wohnungssuchende Haushalte mit Unterstützungsbedarf vermieten, gibt es in Hamburg konkrete Sicherungsinstrumente:

  • das Gewährleistungspaket der Sozialbehörde, das für bestimmte Risiken einsteht

  • Fördermittel der Investitions- und Förderbank Hamburg beim Ankauf von Belegungsbindungen

  • die Direktzahlung der Miete durch das Jobcenter, bei der das Geld nicht über den Mieter läuft, sondern direkt auf Ihr Konto

Wir erklären Ihnen in einem Gespräch, was davon für Ihre Wohnung in Frage kommt.

Werden Sie Wohnungslotse

Sie kennen jemanden, der eine Wohnung sucht und im Hamburger Dschungel nicht weiterkommt? Oder Sie möchten einfach jemanden begleiten, den Sie noch nicht kennen? Dann werden Sie Lotse.

Sie müssen dafür kein Experte sein. Sie brauchen keine Ausbildung im Mietrecht und keine Kontakte zu Wohnungsunternehmen. Was Sie brauchen, ist Erfahrung als Mieter, etwas Zeit und die Bereitschaft, dranzubleiben.

Was Sie mitbringen sollten

  • Sie sind volljährig

  • Sie haben selbst schon Wohnungen gesucht und gemietet

  • Sie sprechen gut Deutsch. Eine zweite Sprache ist ein Geschenk, aber keine Bedingung

  • Sie haben ein paar Stunden im Monat und einen langen Atem

  • Sie nehmen einmal an unserer Einführung teil

Was Sie von uns bekommen

  • Eine Einführung, in der wir Ihnen das Nötigste zu Miet- und Sozialrecht erklären. Kostenlos, an einem Abend

  • Eine Materialsammlung: Checklisten, Musterschreiben, Formulare, Anlaufstellen

  • Einen festen Ansprechpartner im Verein, wenn Sie nicht weiterwissen

  • Treffen mit anderen Lotsen, um Erfahrungen zu teilen

  • Auslagenersatz für Fahrtkosten

Wohnungslotse zu sein ist ehrenamtlich. Es kostet Zeit und manchmal Nerven. Aber es ist eine der wenigen Formen von Hilfe, bei der man am Ende genau sieht, was man bewirkt hat: einen Schlüssel in einer Hand.

Wer wir sind

Wir sind ein Verein aus Hamburg, gegründet von Menschen, die selbst wissen, wie es ist, in dieser Stadt eine Wohnung zu suchen und immer wieder eine Absage zu bekommen.

Viele von uns kommen aus der vietnamesischen Community in Hamburg. Wir haben über Jahre erlebt, wie Freunde, Verwandte und Nachbarn an einem Wohnungsmarkt scheitern, der ihnen nichts anbietet, obwohl sie arbeiten, zahlen könnten und längst hier zu Hause sind. Irgendwann haben wir aufgehört, uns darüber zu ärgern, und angefangen, etwas zu tun.

Unser Verein steht allen offen, die Hilfe brauchen. Herkunft spielt bei uns keine Rolle. Was zählt, ist die Situation. Dass wir viele Menschen in der vietnamesischen Community erreichen, liegt daran, dass wir dort verwurzelt sind. Es ist keine Bedingung, es ist unser Ausgangspunkt.

Wie wir arbeiten

Was reinkommt, geht wieder raus: in Mieten, in Betriebskosten, in die Begleitung unserer Bewohner. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich, es bleibt nichts hängen.

Wenn am Jahresende ein Minus steht, gleichen wir es mit Spenden aus. Wenn der Verein sich auflöst, geht kein Cent an seine Mitglieder, sondern an einen anderen gemeinnützigen Zweck.

Der Vorstand

Tony Do

Vorsitzender

Ich habe zu oft erlebt, wie Menschen an einer Wohnungsbesichtigung scheitern, obwohl das Geld nie das Problem war.

So können Sie helfen

1

Wohnung anbieten

Das ist die Hilfe, die uns am meisten bringt. Eine einzige Wohnung heißt: ein Haushalt weniger auf der Warteliste, eine Familie mehr mit einem Schlüssel.

2

Lotse werden

Wenn Sie keine Wohnung haben, aber Zeit: Begleiten Sie einen Haushalt. Das kostet Sie ein paar Stunden im Monat und verändert für jemand anderen alles.

3

Mitglied werden

Als Mitglied tragen Sie den Verein, haben Stimmrecht in der Jahresversammlung und bekommen Einblick in unsere Arbeit. Der Jahresbeitrag ist bewusst niedrig.

4

Spenden

Jeder Euro fließt in den Betrieb: in Mieten, die wir vorstrecken, in Kautionen, in die Begleitung unserer Bewohner. Wir arbeiten ehrenamtlich, es bleibt nichts hängen. Für Ihre Spende stellen wir eine Zuwendungsbestätigung aus, die Sie steuerlich absetzen können.

Häufige Fragen

Sprechen Sie uns an

Ob Sie eine Wohnung suchen, eine anbieten möchten, Lotse werden oder Mitglied werden wollen: wir antworten persönlich und zeitnah.

Anschrift
Holsteinischer Kamp 62, 22081 Hamburg